Die Geschichte des Rock`n`Roll
Der Rock`n`Roll entwickelte sich aus den drei großen Musikrichtungen Jazz, Rhythm and Blues sowie dem eher als weiße Musik bezeichneten Country & Western Stil, wobei jedoch lange Zeit die Rassentrennung zumindest offiziell eine gegenseitige Beeinflussung verhinderte. Insbesondere in den 40er und 50er Jahren stieß der Rhythm and Blues als die Musik der Farbigen aus den Südstaaten aufgrund der vielfältigen Verwendungen sexueller Metaphern bei den eher konservativen Weißen auf heftige Empörung und Kritik. "Weiße" Radiostationen weigerten sich die Platten von Farbigen zu spielen und zahlreiche Listen mit indizierten Liedern wurden erstellt. Lediglich das Interesse der Jugendlichen an dieser verbotenen, aber fetzigen Musik wuchs stetig. Mitte der 50er Jahre sah schließlich auch die Musikindustrie die Chance diese Musik zu Geld zu machen und der Rock`n`Roll konnte sich als entschärfte Form des Rhythm and Blues durchsetzen. Der Vorwurf der Zweideutigkeit wurde zudem durch religiösere Texte entkräftet. Cover-Versionen weißer Musiker unterstützten -oft sogar erfolgreicher als das Original- die Verbreitung der schwarzen Musik. Auch zahlreiche Filme, die bewusst Musik und den Tanz mit seiner revolutionären Akrobatik in den Vordergrund stellten, trugen erheblich zur wachsenden Popularität des Rock`n`Roll bei. Die offizielle Geburtsstunde dieser Musikrichtung schlug im April 1954 schließlich mit Bill Haley`s "Rock around the clock" als dem ersten internationalen Rock`n`Roll-Hit der Welt. Doch obwohl mit Bill Haley, Fats Domino, Chuck Berry, Buddy Holly und vielen anderen wirkliche Größen dieser Musik zur damaligen Zeit aktiv waren, schaffte es erst Elvis Presley als Sänger und Interpret zum Idol einer ganzen Generation aufzusteigen - gleichzeitig Jugendverführer und Bürgerschreck. Heute sind sowohl die Musik als auch der temperamentvolle, stürmische Tanz fest in unsere Gesellschaft etabliert und man betreibt den Rock`n`Roll längst nicht mehr als bloßes Freizeitvergnügen, sondern mittlerweile auch als anspruchsvollen Hochleistungssport, in dem die Tänzer auf regionalen, nationalen oder auch internationalen Wettbewerben ihr Können messen.